Die Geschichte des Jazz

Jazz entstand im Spannungsfeld zwischen der schwarzen und weißen Bevölkerung in den USA etwa zwischen 1890 und 1900. Aber auch andere Einflüsse durch in den USA vertretene Ethnien, vor allem lateinamerikanischer Herkunft, prägten diese Musikrichtung. Doch der Blues der farbigen Bewohner war für die Entstehung des Jazz von herausragender Bedeutung. Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg (1914-18) wird oft als "Archaischer Jazz" bezeichnet. Die Vorformen fanden in den Kneipen, als Musik in Shows und auf Umzügen auf den Straßen immer mehr begeisterte Anhänger. Eine besondere Rolle spielten New Orleans und das Hafenviertel, wo nach dessen Schließung 1917 viele Jazzbands den Mississippi entlangzogen und dort ihre Musik zum Besten gaben.

Blues, Gospel & Ragtime

Über zwei Jahrhunderte hinweg hat sich der Jazz - so wie wir ihn heute kennen - aus Blues, Gospel und dem Ragtime entwickelt. Bereits im 19. Jahrhundert war es in den Südstaaten der USA üblich, zu bestimmten Anlässen Marschmusik zu spielen. Die zu anfangs noch von Weißen und Schwarzen gleichermaßen gespielte Musik klang hölzern und unmelodisch. Jedoch waren die von den Schwarzen geführten Bands vor allem von Blues und kreolischer Musik inspiriert. Um 1890 entstand der sogenannte Ragtime, ein aus ausnotierten Stücken festgelegter Klavierstil, bei dem die Rhythmusgruppe einer Band durch die linke Hand ersetzt wird. Dort wurde noch nicht improvisiert; aber aus der Spannung zwischen dem anhaltenden Vierteltakt und der zerrissenen Melodik entstand hier bereits eine Art Swing. Als Hauptkomponist dieses Stils wird Scott Joplin angesehen.